Auf allen Kontinenten, sogar in Arktis und Antarktis, wachsen Storchschnabel-Arten. Der häufigste Vertreter bei uns ist der Wiesenstorchschnabel. Er kommt in ganz Europa vor. Er gedeiht auf Wiesen und an Wegrändern und liebt tiefgründige und kalkhaltige Lehmböden. Doch ma
Den Namen verdankt der Storchschnabel seiner Frucht: eine Kapsel, die in ihrer Form an einen Storchenschnabel erinnert. Aber das ist nicht das einzige Besondere an der Storchschnabelfrucht. Die Pflanze hat ein besonderes System zur Verbreitung ihrer Samen entwickelt: einen Schleudermechanismus. Wenn das äußere Gewebe der Samenkapsel trocknet, entsteht Spannung. Die Fruchthülle platzt und die Samen werden wie von einem Katapult hinausgeschleudert. So verteilt der Storchschnabel seinen Samen in einem Umkreis von bis zu zwei Metern um seinen Standort. Übrigens: Auch unsere Balkon-Geranien haben diese Taktik zur Verbreitung ihrer Samen.
Im Mittelalter wurde der Storchschnabel als Heilpflanze verwendet und in vielen Kräuterbüchern beschrieben. Der aus der Pflanze zubereitete Tee wurde bei chronischen Magen-Darm-Erkrankungen verabreicht. Hildegard von Bingen pries die Pflanze im 12. Jahrhundert als gutes Mittel gegen Schwermütigkeit.