Es ist die Zeit der Kirchenspaltung, die die Menschen tief verunsichert und bald in den 30-jährigen Krieg mündet. Die katholische Kirche ist nach Martin Luthers Reformationsbewegung im 16. Jahrhundert in ihren Grundfesten erschüttert. Doch seit dem Konzil von Trient gewinnt sie ihr Sel
bstbewusstsein zurück und holt zum Gegenschlag aus. Ein Kind dieser Gegenreformation ist der Barock - eine sinnlich-opulente Antwort auf das nüchterne Erscheinungsbild des Protestantismus.
Barock - die sinnliche Gegenreformation
Im Zuge der Gegenreformation entstehen kirchliche Orden. Der Jesuitenorden des Ignatius von Loyola versteht sich vor allen anderen Orden als Missionar des Katholizismus. Die Jesuiten gründen viele Schulen und bauen damit den Einfluss der katholischen Kirche aus. Ihr Anspruch ist es, den "wahren" Glauben in die Welt zu tragen. Dieses Bestreben drückt sich auch in der Kunst aus. Der berühmteste Barockmeister seiner Zeit ist Gian Lorenzo Bernini, der fast 50 Jahre lang in Rom als künstlerischer Gestalter wirkt.
Päpste, Kardinäle und Adelsfamilien geben Kirchen und Paläste in Auftrag, von denen viele Berninis Handschrift tragen. Der Bronzebaldachin des Papstaltars im Petersdom, der Petersplatz, der Vierströmebrunnen auf der Piazza Navona und die Skulpturengruppe "Apollo und Daphne" gehören zu seinen gefeiertsten Werken.
Rokoko - Weg von der Schwere, hin zur Eleganz
Die verschwenderische Fülle des Barock wird im Spätbarock, dem Rokoko, von noch ekstatischeren Inszenierungen abgelöst. Die überbordenden Verzierungen an Wänden, Decken, Möbeln und Spiegeln wirken nun feiner und eleganter. Das Rokoko entwickelte sich als Gegenbewegung zur Strenge und Monumentalität des Barock. Doch hier kündigt sich bald eine Abkehr von den geschwungenen Linien und reichen Verzierungen an - der Klassizismus sucht wieder die einfachen, klaren Formen der Antike.