Im Jugendstil bringen schlanke, blumige Ornamente Eleganz und Schwung in Malerei, Architektur und Möbeldesign. Den Namen verdankt die Bewegung der Münchner Wochenschrift für Kunst und Leben "Jugend". In ihr kommt ein freieres Kunstverständnis zum Tragen, das sich vom His
torismus abwendet und den Kunstbegriff weiter fasst. Die Grenzen zwischen hoher und angewandter Kunst verwischen in der Gestaltung von Geschirr und Möbeln, Grafiken, Schmuck und Mode. Eine Gebrauchskunst, die sowohl schön anzusehen ist als auch eine Funktion erfüllt - das ist neu.
Qualität und Sinnlichkeit
Die Kunst des Jugendstils zeichnet vor allem hohe handwerkliche Qualität aus und: Sinnlichkeit. Hochgewachsene schlanke Frauen mit langen wallenden Haaren fließen in vollendeter Weiblichkeit in das florale Dekor mit ein. In Spanien ist es Antonio Gaudí, in Wien Otto Wagner, die die Architektur entsprechend entschlacken. Wagner gehört zu den Künstlern der Wiener Secession, die dem traditionellen Künstlerhaus ein eigenes, modernes Ausstellungszentrum entgegensetzen: das Secessionsgebäude.
Neue Klarheit: Art Deco
Auch Koloman Moser und Josef Hoffmann sind Secessionsmitglieder. Sie gründen 1903 die Wiener Werkstätten. Die Möbelstücke, die die beiden entwerfen, bestechen durch klare und schlichte Formensprache. Mit diesem Design bereiten sie einem neuen Modestil den Weg - dem Art Deco, der nach dem Ersten Weltkrieg den Jugendstil ablöst. Der Name kommt von der gleichnamigen Pariser Kunstgewerbeausstellung von 1925. In erster Linie geht es um das Design von Gebrauchsgegenständen - elegante Autos, mondäne Damenmode.
Art Deco goes USA
Die Zeit zwischen den Weltkriegen ist die Phase der großen Depression und des aufziehenden Faschismus. Eine ambivalente Epoche geprägt von Existenzangst, Not und wilden Partys, mit denen sich die Oberschicht vom drohenden Unheil ablenkt. Der Zweite Weltkrieg bedeutet das Ende des Art Deco. In den USA aber wird das Design fortgeführt. Hier entstehen einige der berühmtesten Bauensembles dieser Stilrichtung.