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* Das Haus und die Wüste

Titel des Films (je Sprachfassung)Sprache (Art)
* Das Haus und die WüsteDeutsch (original)Wo gibt's den Film?
Zusammenfassung
Ein Haus ist mehr als nur eine Unterkunft, es ist ein Symbol für eine Idee von Leben. Von diesem Grundgedanken geht Anna Faroqhi in ihrem Film aus, um sich Israel zu nähern. Durch die Betrachtung der Häuser an verschiedenen Stationen ihrer Reise gibt sie Einblick in die Lebensformen der Menschen heute, findet aber auch die Geschichte des Landes widergespiegelt.

Die Autorin findet im Garten eines Wohnhauses in Jerusalem eine einfache Hütte von einem der europäischen, zionistischen Siedler, die seit Ende des 19. Jahrhunderts in Palästina unter britischem Mandat eine jüdische, sozialistisch geprägte Gesellschaft aufbauen wollten und zunächst in einfachsten Verhältnissen lebten. Seine Nachkommen haben die Hütte als Erinnerung an die Anfänge bewahrt. Im Kibbutz Ma´agen Michael nahe Haifa, wo die Bauweise an eine amerikanische Vorstadt erinnert, zeigt sich, dass die sozialistische Idee vom kollektivem Leben mit gemeinsamem Speisesaal, freier Kinderbetreuung und Schulbildung heute nicht mehr angestrebt wird. Das Kibbutz soll privatisiert werden. In Tel Aviv, einer bürgerlichen Stadt, sind die Spuren europäischer, vor allem deutscher Einwanderer, die seit 1930 vor den Nationalsozialisten flohen, unübersehbar. Architekten, von denen viele am Bauhaus in Dessau studiert hatten, bauten hier im modernen, internationalen Stil. Sie kamen nicht freiwillig nach Israel, lernten aber das Land lieben, obwohl sie nie ihre Kultur und Sprache aufgaben.

Ganz anders ist die Lebenssituation der jüdischen Siedler im Westjordanland, die sich in uniformen Settlements wie in Ariel oder in improvisiert angelegten kleinen Ansiedlungen durch Zäune, Fahnen und Grenzposten von ihren "Nachbarn", den Palästinensern abschirmen müssen. Aber auch innerhalb von jüdischen Städten und Siedlungen findet die Autorin viele disparate Gruppen, die sich voneinander abgrenzen. Da sind etwa die orientalischen Juden in Ma´alot, einer kleinen Stadt an der Grenze zum Libanon, die in den 1950er Jahren kamen und zuerst in Zelten leben mussten, bis sie in Sozialwohnung untergebracht wurden. Die Beduinen in der Wüste bei Be´er Sheva haben zwar Häuser, verbringen ihren Alltag aber lieber in einer Art offenen Garage und nutzen das Haus nur zu Repräsentationszwecken, falls sie nicht der Tradition treu geblieben sind und weiterhin in Zelten leben. Ähnlich wie die Beduinen, wenn auch mit anderen Traditionen, leben die Juden in Jerusalems orthodoxem Viertel Me´ah Sha´arim in einer abgeschlossenen, eigenen Welt. Dort meint man, ins Shtetl des 19. Jahrhunderts zurück versetzt zu sein. Einflüsse des modernen Lebens werden hier abgewehrt. Randgruppen wie die ebenfalls ganz für sich lebenden thailändischen und malaysischen Landarbeiter müssen wiederum in improvisierten Hütten aus Wellblech und Plastikplanen leben, weil sie nur als Ersatz für die billigen palästinensischen Arbeiter geholt wurden und nicht bleiben sollen.
Trailer leider nicht vorhanden
Mittlerer Osten
Juden
Palästina
Gaza
Jerusalem
westjordanland
Laufzeit (in Min.):56
Farbe:color
Format:Digital Betacam
Produktionsjahr:2005
Filmproduktionsfirmen & Filmförderungsinstitute
Produktionsfirma:

Anna Faroqhi

Filmförderung:

Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH

Filmemacher
Produzenten:

Anna Faroqhi (producer)

Regie:

Anna Faroqhi

Drehbuch:

Anna Faroqhi

Stichwörter
Mittlerer Osten; Juden; Palästina; Gaza; Jerusalem; westjordanland; Zusammenleben; Kooperation; Nomaden;
Themen
Geschichte, Politik, Kriege, Konflikte & Revolutionen ( nach 1945 ), Naher Osten ( Israel, Palästina, Westjordanland ), Geografie, Reisen & Kulturen, Asien, Naher Osten