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Bolivien: Lynchen oder richten

Titel des Films (je Sprachfassung)Sprache
Bolivien: Lynchen oder richtenDeutschzum Film
Stichwörter
Bolivien
Ureinwohner
Justiz
Lynchen
Verfassung
Indio
Erscheinungsdatum:10.04.2010
Reportage-Format / Quelle:Arte Reportage
Zusammenfassung
Nach 500 Jahren Bevormundung erhielt die indigene Bevölkerungsmehrheit in Bolivien mit der Verfassungsänderung vor gut einem Jahr mehr Rechte – mehr Autonomie und auch das Recht zu richten nach alter indigener Sitte, vor allem in den Dörfern im Hochland. „Aufhängen“, „Steinigen“, „Verbrennen“ – das waren die Schlagzeilen der letzten Monate, wenn es um die „Richtersprüche“ in Bolivien ging.

Unsere Reporter Marco Berger und Ana-Maria Marin fuhren nach El Alto, eine Millionen-Metropole im Hochland und in die Dörfer darum herum. Und sie erfuhren, dass das mit der Autonomie und dem Richten über Verbrechen einerseits wohl ein wirklicher Fortschritt ist, aber einer, der noch viel Verwirrung erzeugt.

In der Stadt El Alto gibt es eine Polizei, Staatsanwälte und Richter – hier sind sie zuständig für die Gerichtsbarkeit und nicht die Clan-Chefs. Doch die Mittel der Justiz sind knapp bemessen, Strafverfolgung und Urteile lassen lange auf sich warten. Deshalb greifen hier immer mehr Menschen zur Selbstjustiz – Lynchen statt Richten – und berufen sich auf indigenes Recht.

In den Dörfern aber, ohne jede staatliche Strafverfolgung, scheint das Modell ein Erfolg zu sein: Unsere Reporter wurden Zeugen, wie dort die Clanchefs Recht sprechen, in der Regel mit Augenmaß. Für einen Einbruch und den Diebstahl eines Mobiltelefons, in Bolivien ein wahrer Schatz, verurteilte das Clan-Gericht zwei junge Leute zum Ziegel stampfen für das neue Gemeindehaus: 1000 Steine, das waren drei Tage harter Straf-Arbeit.