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Bilderkrieg

Titel des Films (je Sprachfassung)Sprache (Art)
BilderkriegDeutsch (original)zum Film
Zusammenfassung
Es gibt heute mehr Bilder, als das Auge fassen kann. Die Wissenschaft geht daran, automatische Bild-Lese-Geräte zu entwickeln, und längst gibt es Maschinen, die selbst Bilder erstellen, simulieren. Beinahe die ganze Erde wird jeden Augenblick von Satelliten fotografiert. Auge und Hand des Fotografen sind fast ein Relikt aus dem 19. Jahrhundert. Der Dokumentarfilm handelt von diesen Neuerungen und ihrer Geschichte. Zum Beispiel: 1979 haben zwei Mitarbeiter des CIA die Bilder durchgesehen die die Alliierten im Zweiten Weltkrieg über deutschem Machtgebiet aufgenommen haben. Sie fanden Bilder vom Konzentrationslager Auschwitz, die die Arbeitsweise dieser Todesfabrik belegen. Man kann einen Zug sehen, eine Häftlingsgruppe, die zur Vernichtung durch Arbeit Schlange steht, und eine zweite, die zu dem Krematoriumskomplex geführt wird, dessen Tor schon offensteht und in dessen Dach man die Löcher sieht, durch die die SS das Zyklon B wirft. Die Nazis haben damals nicht gemerkt, daß Auschwitz fotografiert wurde, und die Fotografen in den Flugzeugen haben nicht gemerkt, was sie da fotografierten. (TAZ, 3.12. 87) Der Begriff "Aufklärung" trägt heute mindestens zwei Bedeutungen. Die eine steht in der philosophischen Tradition des 18. Jahrhunderts. Die andere wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts für die militärische und polizeiliche Arbeit entwickelt. Harun Farocki geht mit seinem Filmessay Bilderkrieg der zweiten, militärpolizeilichen Bedeutung des Wortes nach. Er stellt vor, welcher photographischen Mittel sich diese Art der Aufklärung bediente und bis heute bedient. Sein bewußt karger Film rekonstruiert die Geschichte dieser Bilderproduktion. Er berichtet von der Entwicklung des Aufnahme-Verfahrens und demonstriert überdies, wie sich die Leseweise solcher Photographien entwickelte und ihre Deutungsmöglichkeit vergrößerte. Kulminationspunkt des Filmessays sind die Luftaufnahmen, die alliierte Bomber vom Vernichtungslager Auschwitz im Jahr 1944 machten. Farocki stellt ihnen die Bilder gegenüber, die die SS im Lager selbst anfertigen ließ. Daß der Photoapparat zur Lagerausstattung gehörte, bedeutet für ihn, daß man das Lager nicht mit diesen Bildern, die die Mörder anfertigten, zeigen darf: "Besser man gibt das Lager mit den Luftbildern aus dem Abstand von 7000 Metern wieder. " Der Film ist ein weiterer wichtiger Schritt von Harun Farocki, die Geschichte des Sehens im Zeitalter der Industrialisierung zu erfassen. Gedankliche Arbeit in konzentrierter Form, ohne Mätzchen und Beigaben. (Dietrich Leder)
Trailer leider nicht vorhanden
Bild
Wahrnehmung
Maschine
Reiz
Überflutung
Aufklärung
Laufzeit (in Min.):44
Farbe:color
Format:16mm
Seitenverhältnis:1:1.37
Filmproduktionsfirmen & Filmförderungsinstitute
Produktionsfirma:

Harun Farocki Filmproduktion

Berlin West

Erscheinungsdaten
Erscheinungsdaten: 
MedienLandDatumKommentar
TV PremiereDeutschland03.12.1987West 3
Stichwörter
Bild; Wahrnehmung; Maschine; Reiz; Überflutung; Aufklärung; Auschwitz; Militär
Themen
Geschichte, Zweiter Weltkrieg, Holocaust / Shoah - Antisemitismus / Judenverfolgung, Kunst, Fotografie & Museen, Malerei, Fotografie