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Auf dem Rücken der Pferde - Steppenreiter in Kirgistan

Name der Serie/Reihe
Zusammenfassung
„In Kirgistan habe ich meine Mission gefunden, sagt die französische Pferdenärrin Jacqueline Ripart, ich will das kirgisische „Urpferd“ wiederfinden, das nahezu ausgestorbene Steppenpferd der Nomaden.“

Die 54-jährige ehemalige Sportreiterin ist oft tagelang im Jeep
unterwegs, um zu versteckten Bergdörfern zu gelangen. Sie hofft in den abgelegenen Regionen der Tien Chan Berge die letzten Exemplare der kleinen, zähen Rasse zu finden, mit der Dschingis Khan einst Zentralasien eroberte.

Die Bewohner der ehemaligen Sowjetrepublik verstehen sich als Nachfahren des großen Mongolenfürsten. Sie behaupten von sich, ihre Söhne könnten reiten, bevor sie laufen lernen. Kein Wunder. Denn über 3000 Jahre lang züchteten sie Pferde - in ihrer Genügsamkeit an die rauen Bedingungen des Nomadenlebens ideal angepasst.

Aber siebzig Jahre Kommunismus haben tiefe Spuren in der kulturellen Identität des zentralasiatischen Landes hinterlassen. Unter den Sowjets konnte das zierliche Kirgisenpferd nicht einmal mehr als Fleischlieferant bestehen: es wurde mit größeren russischen Rassen zu produktivem Schlachtfleisch „verzüchtet“. Pferderennen und Reiterspiele, seit jeher Brauch bei Geburten und Hochzeiten, wurden ebenso abgeschafft wie die umherziehenden Barden und ihre typische Musik.

Anfang der neunziger Jahre war der Spuk vorbei. Die Marx- und Lenindenkmäler stürzten, die Kolchosen wurden wieder abgeschafft. Seither beschreiten die Kirgisen einen schwierigen Weg aus der Planwirtschaft in die Marktwirtschaft und bemühen sich, wieder Anschluss an die alten Nomadentraditionen zu finden.

Das LMA-Team begleitet die Pferdeexpertin Ripart – die Kirgisen nennen sie zärtlich „Jacqueline Edgi“, große Schwester Jacqueline - bei ihren Bemühungen, die Zucht des kirgisischen „Urpferdes“ neu zu beleben. Damit Stuten und Hengste wieder zusammenfinden, veranstaltet sie am Issyk-Kul, einem der höchsten und schönsten Bergseen der Welt, alljährlich ein großes Reiterfestival. Berittene Bogenschützen, Bänkelsänger und die Jagd mit Adlern und Hunden gehören ebenso zum Programm wie der Ringkampf auf Pferden und natürlich Ausdauerrennen über Stock und Stein.
Regisseur Thomas Wartmann dokumentiert die Vorbereitungen zum Festival 2006 und porträtiert den jungen Pferdetrainer Odiz. An ihm und seinem zweijährigen Kirgisenhengst „Prix“ hängen die Hoffnungen seines ganzen Dorfes.

Ein weiterer Protagonist ist der alte Abdillajan. Acht Kinder und sechzehn Enkelkinder hat er mit seiner Ehefrau Olga. Der ganze Hirtenclan, der den Sommer auf der Hochalm in der Jurte verbringt, lebt für den Pferdesport: Die Söhne spielen leidenschaftlich Kok-Buro, eine Art Pferdefußball, bei dem eine geköpfte Ziege die Rolle des Balls übernimmt. Und Tochter Asyyl, ist die Favoritin beim „Kiz Kumai“, beim „Mädchen fangen“. Den Männern, die versuchen, ihr im gestreckten Galopp einen Kuss aufzudrücken, wird sie wohl wieder auf dem schnellsten Rappen der Familie entkommen - nur um dann zu wenden und ihre Gegner – so will es die Spielregel - mit der Reitpeitsche zu traktieren.

Seit sechs Jahren arbeitet Jacqueline Ripart an ihrem Projekt zur Rettung des kirgisischen Pferdes, kämpft gegen Korruption und bürokratische Willkür in einem komplizierten Land ohne nennenswerte Infrastruktur. Der Erfolg gibt ihr Recht: die kulturelle Renaissance ist in vollem Gange. Natürlich kann das Rad der Geschichte nicht zurückgedreht werden. Es ist kaum anzunehmen, dass das alte Nomadenleben am Issyk-Kul neu entsteht. Wohl aber das Herzstück der kulturellen Identität, das Bewusstsein, ein Reitervolk zu sein.
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Laufzeit (in Min.):43
Farbe:color
Format:Digital Betacam
Seitenverhältnis:16:9
Tonformat:Stereo
Produktionsjahr:2006
Produktionsland:Denmark
Filmproduktionsfirmen & Filmförderungsinstitute
Produktionsfirma:

Filmquadrat.dok GmbH

SWR

WDR

ARTE (in Zusammenarbeit mit)

Bilder: 
Stichwörter
Asien, Steppe, Mongolei, Dschingis Khan, Pferd, Tier, Reiten, Reiterei, Nomaden, Forschung
Themen
Tiere, Haustiere & Nutztiere, Pferde, Wilde Tiere, Wildtiere Asiens, Geografie, Reisen & Kulturen, Asien, Andere Länder Asiens