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Ein Traum von Kabul

Titel des Films (je Sprachfassung)Sprache (Art)
Ein Traum von KabulDeutsch (original)zum Film
A Dream of KabulEnglisch (synchronisiert)zum Film
Zusammenfassung
In den 70er Jahren war Kabul das Mekka der west-europäischen, amerikanischen und australischen Hippie Generation.
Zu Zehntausenden versuchten junge Leute, in unsicheren Fahrzeugen das ferne Afghanistan zu erreichen, um dort ein Leben zu führen, das scheinbar nur wenige Bedürfnisse
kannte: Drogen, Musik und Freiheit von Bevormundung und Kriegsangst. Nur ein Teil kam überhaupt an, davon wiederum kehrte nur ein Teil unversehrt, ohne fremde Hilfe heim. Nicht wenige kamen dort oder auf dem Weg um, durch Krankheit, Überfälle und nicht zuletzt durch Drogen. Mit dem Leben der Afghanis hatte dieser Exodus aus dem Westen so gut wie nichts zu tun.
23 ahre später, nachdem Dieter Matzka als Kameramann von Johannes Schaaf zum ersten mal Afghanistan sah, ist er zusammen mit der Autorin Wilma Kiener wieder nach Afghanistan gefahren, ein Land, nun von Krieg und Bürgerkrieg verwüstet, von Glaubenskämpfen zerrissen, von Not niedergedrückt. Nur die Ärmsten sind der Stadt Kabul treu geblieben. Spuren der Hippiezeit sind selten. Geschichten aber findet das Filmteam reichlich. Mehr und prominentere Zeugen finden sich in Deutschland, Österreich, England, den USA und anderswo: ehemalige Hippies, die die Heimkehr schafften - und ihre Idole, allen voran Drogenguru Timothy Leary, der dem Team eines seiner letzten Interviews gab, und Popstars Donovan und Julie Driscoll.

Make love not war!

Der Film dokumentiert die Soziologie einer unbekannten, starken Jugendbewegung Anfang der 70ger Jahre. Kabul war die erste Station auf dem Weg der Sehnsucht der Hippiegeneration. Heute liegt die einst sagenhaft schöne, afghanische Hauptstadt Kabul in Trümmern. Auch das Kabul der Blumenkinder lebt nur noch in Erinnerungen.
Trailer ansehen
Laufzeit (in Min.):80
Farbe:color
Format:Digital Betacam
Seitenverhältnis:4:3
Tonformat:Stereo
Produktionsjahr:1996
Produktionsland:Deutschland
Weltpremiere:Internationales Filmfest München 29.06.1996 München
Mitwirkende im FilmArtKommentar
Bommi Baumanninterviewte PersonEx Terrorist 
Donovaninterviewte PersonPop Musiker der 68er 
Timothy Learyinterviewte PersonDrogen Guru der 68er 
Johannes Schaafinterviewte PersonFilm Regisseur des Jungen Deutschen Films 
Julie Driscollinterviewte PersonPop Sängerin der 68er 
Sabir LatifiArrayMitarbeiter von General Massoud 
Altersfreigabe
   
Deutschland: Ab 12 Jahren
Pressestimmen
"EIN TRAUM VON KABUL verbindet Mythos und Legende, rückt Realitäten zurecht, relativiert Meinungen über ein Abenteuer, das für viele zum Himmelfahrtskommando geriet."
- KÖLNER STADTANZEIGER

"Ein Interview- und Archiv-Streifzug durch jenes Asien, das den jungen Hippie-Träumern und Establishment-hassenden Aussteigern als Land der Glücksseligkeit erschien."
- ABENDZEITUNG

Rezension zu: Ein Traum von Kabul

Wer heute an Hippies denkt, sieht Woodstock vor sich. Doch es gab auch andere Orte, an denen die Jünger der Gegenbewegung und des "Make Love, not War" spirituelle Erleuchtung, magische Musik zu einfachen Drogen suchten. In einer aufschlußreichen spannenden und erinnerungssüchtigen Mischung aus Dokumentation, Recherche, Reportage und Kompilation haben Wilma Kiener und Dieter Matzka die afghanische Hauptstadt Kabul als Zentrum der Kiffer-Trecks zu Beginn der 70er Jahre untersucht und besucht. Wo damals über 70000 westliche Jugendliche auf dem Weg nach Indien Station machten, mindestend aber immer 18000 in den orientalischen Straßen zu finden waren, herrscht heute in einer größtenteils in Ruinen liegenden Stadt Bürgerkrieg.
Das Material ist schon faszinierend: Schwarzweißaufnahmen von 1928 folgen Interviews mit denen, für die Kabul, die prächtige, stolze Stadt von einst Fluchtpunkt, Drogenparadies, Utopie oder alternatives Lebensideal bedeutete. Sänger wie Donovan ("alles eine große Party, alle waren zu") oder Julie Driscoll-Tippett ("Season of the Witch"), die Gruppe "Embryo" im Rausch der Musik der afghanischen Instrumentalvirtuosen, der Ex-Terrorist "Bommi" Baumann, Drogenpapst Timothy Leary ("Turn on, tune in, drop out"), der von CIA-Fällen für die Anti-Autoritären berichtet, Journalistenkollegen wie Magret Köhler ("schön, in der Kneipe mal jemand zu treffen, der auch dabei war"): ein Quilt aus Träumen, Sehnsucht, Ernüchterung.
Den größten Teil des Films macht das Fremdmaterial von damals aus, am besten nach wie vor Johannes Schaafs TV-Dokumentation "Kabul": Total bekiffte Hippies mit Kindern im Winter am Straßenrand, der Friedhof der Drogentoten, die Metzgerei bei der Autopsie. Das war die andere Seite der Utopie einer Generation, für die Hilfe für andere wohl ein Fremdwort war. Aus den Kriegseindrücken von heute können die Autoren wenig gewinnen, verheddern sich leider im unbedarften Kommentar. Ein kleiner Schönheitsfehler eines anregenden Dokumentarfilms, der im Zeitalter von Fun und Frust der "Trainspottter" in Programmkinos großen Anklang finden sollte.
(Anmerkung: Der Schreiber vergisst, dass die Einlassung über den Krieg nicht Thema des Films war. Das wäre wieder ein anderer Film. Ansonsten eine schöne Kritik. Dieter Matzka)
Auszeichnungen: 
Festivals & PreisverleihungenJahrStatusAuszeichnung
Filmfest München 1996screened
Drehort: 
DrehorteKommentar
Kabul, Afghanistan
Bilder: 
Stichwörter
Popkultur; 1970er; Hippies; Drogen; Musik; Freiheit; Exodus; Bürgerkrieg; Taliban; Afghanistan; Kabul; Asian Highway;
Themen
Geschichte, Neueste Geschichte, Geschichte Europa, Geschichte Asien, Gesellschaft & Zusammenleben, Integration & Toleranz, Erziehung, Schule & Bildung, Liebe & Sexualität, Lebensstil & Szene, Medien & Journalismus, Musik, Geografie, Reisen & Kulturen, Reportagen